Mit zwei Kindern in New York – unser erster Tag im Big Apple

Aktualisiert: vor 6 Tagen

In unserem letzten Blog habe ich über unsere Ankunft und den allerersten Abend in New York geschrieben. Wir sind Anfang Juli 2022 mit unseren beiden Kindern, sieben und zwölf Jahre alt, in die wohl bekannteste US-Metropole geflogen. Es war gleichzeitig unsere erste Nordamerika-Reise. Mann, waren wir aufgeregt. Zu Recht!


Unser erster ganzer Tag in New York hat gleich sehr gut begonnen.


Wir haben geplant drei ganze Tage im Big Apple zu verbringen und am vierten Tag nach Orlando zu fliegen. Dort begann unsere drei-wöchige Florida Rundreise. Nach Florida verbrachten wir noch einmal zwei Nächte im Big Apple, bevor wie wieder in die Heimat flogen. In diesem Blog möchte ich euch allerdings ausschließlich erzählen, was wir in New York alles erlebt haben – über unsere Ankunft und den ersten Abend habe ich ja schon beim letzten Mal geschrieben. Einer der interessantesten Momente jeder Reise stand uns noch bevor: Das erste Mal Aufwachen im Reiseland, oder in der Fremde, wie es etwas besser klingt. Ich liebe das Gefühl, wenn ich realisiere, dass ich dort angekommen bin, wo ich schon so lange hinwollte. In New York war dieser Moment noch spezieller als anderswo. Der morgendliche Blick aus unserem Hotelzimmerfenster auf das Gebäude der New York Times hat bei mir für Gänsehaut gesorgt. Ich wollte nur noch frühstücken und die Häuserschluchten dieser extremen Stadt erkunden.





Das Frühstück im Elements Times Square war für US-Verhältnisse in Ordnung. Lediglich die Ansammlung vom Plastikmüll war erstmal gewöhnungsbedürftig. Andere Länder, andere Sitten. Ich schlage allen New York Besuchern vor, sich beim Frühstücksbuffet den Wanst so richtig vollzuschlagen, denn Essen gehen ist in den Staaten so richtig teuer – New York legt da noch mal ein Schaufelchen nach. Auch die Preise im Supermarkt sind bei den meisten Produkten geschätzte 25 – 50 Prozent höher als bei uns. Wir hatten das Pech, auch noch mit einem äußerst hohen Dollarkurs gesegnet zu sein. Was für ein übler Segen!


Samstag, 2. Juli:

Es war ca. 8.00 Uhr als wir das Hotel verließen und wir beschlossen zu Fuß zum bekannten Highline-Park zu marschieren. Wir waren zuversichtlich das hohe Gehpensum, welches wir uns vorgenommen hatten, auch mit den Kindern durchzustehen. Wir waren sicher, dass wir in dieser Stadt einen neuen Geh-Rekord schaffen, wenn wir unsere Highlights besuchen würden.


Am Weg zum Highline-Park, eine rund zweieinhalb Kilometer lange und 7,5 Meter über dem Boden liegende, nicht mehr genutzte Güterzugtrasse im Westen von Manhattan, die von 2006 bis 2019 zu einer großartigen Erholungsoase für Einheimische und Touristen umfunktioniert wurde, gingen wir durch einen Teil New Yorks, in dem wir nur wenige Menschen trafen. Vielleicht lag es auch einfach an der Uhrzeit. An der Strecke passierten wir auch „The Vessel“.



The Vessel, eigenartig aber sehenswert. leider. Leider war der Zugang gesperrt.


The Vessel ist ein beeindruckendes Bauwerk im Viertel Hudson Yards, das komplett aus Treppen besteht, die mehrere Ebenen miteinander verbindet. Am ehesten kann dieses Bauwerk noch als Kunstwerk oder Monument verstanden werden, denn praktischen Nutzen hat es keinen. In erster Linie ist das Gebilde des britischen Designers Thomas Heatherwick ist es ein Blickfang der Hudson Yards, einem neuen Stadtteil am Westrand Manhattans.

Quasi direkt neben diesem eigenartigen Bauwerk befindet sich auch der Zugang zum Highline-Park und spätestens hier lernten wir New York zu lieben.


Die Highline ist eine andere Welt, als ob eine Lebensader durch die Stadt gezogen wurde. Bei einem Spaziergang über die ehemalige Bahntrasse bekommt man die Möglichkeit durchzuatmen und sieht New York von einer anderen Seite. Auf Höhe des Chelsea Markets befinden sich mehrere kleine Bars an denen man sich etwas zu trinken kaufen kann. Wir haben uns mit einem leckeren kalten Kaffee auf eine Bank gesetzt, die Füße auf den mit Wasser bedeckten Boden gestellt und die Menschen beobachtet, die durch die Bank alle sehr freundlich waren. New York ist, auch wenn man es vielleicht nicht glauben kann, eine sehr offene und freundliche Stadt.



Der Highline Park ist ein Vergnügen für Alt und Jung und ein echtes Highlight in New York.


Die nächste Station stand ebenfalls schon lange auf unserer Liste: der Chelsea Market. Foodhalls wie diese hatten wir auch bereits in anderen Städten wie Barcelona oder Kapstadt besucht und schätzen gelernt. Der Chelsea Market bietet aber mehr als nur Kulinarik und hat ein ganz eigenes Flair, das nur schwer zu beschreiben ist. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.


Der Chelsea Market lädt zum Shoppen und Flanieren ein. Er hat echten Kultfaktor.


Vom Chelsea Market marschierten wir schnurstracks zur nächsten Metro-Station. An dieser Stelle muss etwas über die New Yorker U-Bahn gesagt werden: Sie ist wahrlich sehr kultig – will man liebenswürdig bleiben. Geht man die Stufen der schmalen und oft unscheinbaren Abgänge hinunter, bekommt man das Gefühl in eine dunkle, gefährliche Unterwelt hinabzusteigen. Man rechnet damit, jeden Moment von Zerberus begrüßt zu werden. Die Gerüche, die oberirdisch manchmal schon unterirdisch sind verdichten sich in den alten und seit vielen Jahren offenbar nicht mehr renovierten Stationen. Es wird plötzlich noch heißer und das Kaufen einer Fahrkarte wird zu einem Glücksspiel und ist eine tolle Vorbereitung für eine spätere Reise nach Las Vegas. Die Fahrkarten-Automaten sind ein Wunder. Ja, es ist ein Wunder, dass diese noch funktionieren. Jeder Automat hat oben eine Anzeige und gibt Preis ob man gerade nur bar zahlen kann oder mit Karte (auch darauf muss man erst einmal kommen). Wer glaubt, mehrere Einzelfahrten in einem Kaufvorgang erstehen zu können, der irrt. Für jede Fahrkarte muss die Kreditkarte erneut reingeschoben, der Code erneut eingeben werden. Wer es eilig hat, braucht hier Geduld. Einmal mussten wir sogar zu einer anderen Station gehen, da keiner der drei Automaten funktioniert hat. Das U-Bahn Personal sieht alles sehr gelassen. Nur nicht auffallen, dürften die allgemeine Devise lauten.

Mit einer Fahrkarte in der Hand muss man schließlich durch eines der zahlreichen Drehkreuze. Der Trick dabei ist, den Magnetstreifen der Fahrkarte möglichst schnell durchzuziehen, sonst bleibt das Drehkreuz ein Stehkreuz! Hat man sich von dem riesigen U-Bahnnetz einmal ein Bild gemacht und wartet an der richtigen Station muss man schwitzen bis der Zug kommt. In den Wagons läuft die Klimaanlage dann auf Hochtouren und man ist gut beraten, bei längeren Fahrten eine dünne Weste mitzuhaben. So bleibt die Benützung der New Yorker Metro ein echtes Abenteuer.


Die Abgänge zur New Yorker U-Bahn kosten ein wenig Überwindung.


Wir haben diese Odyssee gewagt und sind vom Chelsea Market mit der Linie A bis zu Station Cathedral Parkway gefahren, die am anderen Ende des Central Parks liegt. Wir hatten vor, einmal durch die grüne Lunge New Yorks zu spazieren und zu beobachten, was tausende von New YorkerInnen Tag für Tag in ihrer Freizeit machen. Ich gebe, zu dass wir die Dimension des großen Parks etwas unterschätzt haben, denn der Weg ans andere Ende kommt einer Wanderung gleich.


Es gibt unglaublich viele dieser flinken Genossen im Central Park.


Nach einem überteuerten Sandwich ging es los. Noch nie haben wir in kürzester mehr Eichhörnchen gesehen, wie im Central Park und sogar eine Schildkröte ist uns über den Weg gelaufen. Durch den Park selbst führen viele kleine Weg und auch einige breite Straßen, die sich Radfahrer, Rollerfahrer und Fußgänger teilen. Mit 349 Hektar nimmt der Park etwa sechs Prozent der Bodenfläche Manhattans ein und zählt zu den größten Parkanlagen weltweit. Jährlich besuchen rund 25 Millionen Menschen dieses Erholungsgebiet mit seinen Waldflächen, Gewässern, Essensständen, Spielplätzen, dem Shakespeare Garden und vielem mehr. Immer wieder passiert man Straßenkünstler und es macht große Freude sich mit einem Eis hinzusetzen und der Musik zu lauschen. Der Central ist ein absolutes Muss bei jedem New York Besuch und wir waren sicher nicht zum letzten Mal dort. Auch unseren Kindern hat es sehr gut gefallen und sie haben ganz vergessen, wie viele Meilen wir an diesem Tag schon gegangen sind (von denen, die wir noch vor uns hatten ganz zu schweigen).


Im Central Park kann man mitten in New York Urlaub von New York machen. Toller Platz!


Nach diesem Ausflug ins grüne New York machten wir auf den Weg zur Top of the Rock-Aussichtsplattform am Rockefeller Center. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem anderen Wolkenkratzer vorbei, den ich auch unbedingt auch von innen sehen wollte: den Trump Tower. Dieser Besuch dauert aber nur ein paar Minuten. Click and go!


Ein Foto im Trump Tower musste sein. Ohne Spaß, wäre jede Reise langweilig.


Vor unserem ersten Wolkenkratzer, drei hatten wir geplant, besuchten wir noch die mexikanische Fast-Food-Kette Chipotle und besichtigten die wunderbare Grand Central Station. Dieses alte New Yorker Terminal liegt an der Ecke 42nd Street und Park Avenue und wurde am 2. Februar 1913 als Kopfbahnhof eingeweiht. Seit damals ist es der Bahnhof mit den meisten Gleisen weltweit – seine 67 Gleise enden an 44 Bahnsteigen und die große Halle ist beeindruckend. Ein Muss für unseren Sohn, der ein absoluter Zug-Nerd ist.



Die Grand Central Station sieht von innen viel beeindruckender aus, als von außen.


Vor dem nächsten Halt hatte ich großen Respekt. Zum ersten Mal sollte ich auf die Aussichtsplattform eines Hochhauses fahren – und das mit meiner Höhenangst. Zum Glück hatte ich noch ein paar meiner Flugangst-Tabletten über, von denen ich eine rund eine Stunde vor dem Besuch einnahm. Die Top of the Rock Plattform ist Teil des Rockefeller Centers, einem zentral gelegenen Gebäudekomplex im in Manhattan, der aus insgesamt 20 Bauten, darunter 19 Hochhäuser besteht. Mit einer Höhe von 259 Metern und insgesamt 70 Stockwerken ist das Comcast Building (ehemals GE Building und RCA Building) das höchste Gebäude des Rockefeller Centers und genau dort wollten wir hinauf. Mir war trotz der Tablette mulmig zumute, aber wenn man schon mal in New York ist, muss auch auf einen Skyscraper rauf!


In New York gibt es einige Hochhäuser die Besuchern die Möglichkeit bieten gegen einen Eintritt New York von weiter oben betrachten zu können. Neben dem Comcast Building gibt es weiters:

  • SUMMIT One Vanderbilt

  • The Edge Hudson Yard

  • One World Observatory

  • Empire State Building


Das One World Observatory befindet sich in den Etagen 100 bis 102 des One World Trade Centers und ist die höchste Aussichtsplattform der Stadt im sechsthöchsten Gebäude der Welt. Wir hatten vor uns nach oben zu arbeiten. Nach Top of the Rock standen noch das Summit One Vanderbilt sowie das One World Observatory auf dem Programm.

Vor der Fahrt mit dem Aufzug, die wie bei den anderen Wolkenkratzern bereits ein Erlebnis sein soll, ließen wir noch den Vorplatz des Comcast Buildings auf uns wirken. Zwischen unzähligen US-Flaggen tummelten sich zahlreiche RollschuhfahrerInnen jeden Alters und direkt vor dem Gebäude befindet sich ein lustiges Wasserspiel, das besonders im Sommer ein echter Spaß ist. Ich rannte dummerweise ohne Rücksicht auf Verluste durch die Hochdruck-Wasserfontäne und war kurz vor dem Besuch der Plattform bereits triefend nass.


Ich habe es für euch getestet und es stimmt: Wasser macht nass!


Bei der Fahrt nach oben hatten wir wieder einmal Glück, denn es gab keinerlei Wartezeiten. Im 70. Stockwerk angekommen wurde mir kurz schwindelig, aber ich verspürte keine Angst, sodass auch der Schwindel als bald verschwand. Wahrscheinlich ist er vor Verzweiflung hinuntergesprungen. Das Gefühl auf der Freiluftplattform zu stehen war gigantisch und die Aussicht in alle Richtungen atemberaubend. Die rund 40 Euro Eintritt pro Person lohnen sich in jedem Fall.


Großartige Aussicht auf der "Top of the Rock"-Aussichtsplattform.


Nach diesem Abenteuer gingen wir zu Applebees, einer Restaurant- und Bar-Kette, kauften den Kindern eine Limonade und stießen mit einem großen und ebenfalls sehr teurem Bier auf unseren ersten ganzen Tag in New York an. Nach rund 35.000 Schritten fielen wir am Abend todmüde aber hochzufrieden ins Bett. Wir freuten uns schon auf Tag 2, über den ich in unserem nächsten Blog berichten werde, es geht sich in einem einfach nicht aus.


Im Applebees haben wir den Tag bei einem kalten Bier Revue passieren lassen.


Wir freuen uns auf euren Feedback und sind für regen Austausch offen. Du willst auch Reisen und bist gerne und oft unterwegs und hast eine Frage, schreibe uns und kommentiere einfach.

Liebe Grüße,

Steffi, Max und die Kids

(Autor dieses Blogs: Max)


HIer gibts Tickets für Top of the Rock




 

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